DAS ENDE DES BTR UND DER APP, 1988. Reflexionen über meine Comdex-Präsentation von 1988: Der Beginn des KI-gesteuerten Computers Im Herbst 1988, inmitten der geschäftigen Hallen der Comdex-Messe in Las Vegas, stand ich vor einer Menge von Technikbegeisterten, Ingenieuren und Branchenführern, um eine Präsentation zu halten, die sich zu dieser Zeit wie eine radikale Vision am Rande des Möglichen anfühlte. Der Titel war provokant: „Der Computer ohne OS, ohne Anwendungen, ohne Marke: Der Computer, der künstliche Intelligenz und ein Ziel ist.“ Damals wurde das persönliche Computing von klobigen Betriebssystemen wie MS-DOS, starren Anwendungen, die manuell navigiert werden mussten, und markengebundener Hardware dominiert, die die Nutzer in proprietäre Ökosysteme einsperrte. Mein Vortrag stellte all das in Frage. Ich stellte mir eine Zukunft vor, in der der Computer kein Werkzeug war, das man bediente, sondern ein intelligentes Wesen, das deine Absichten verstand, deine Bedürfnisse vorausahnte und Aufgaben nahtlos ausführte, ohne die Last traditioneller Software-Schichten. Ich argumentierte, dass das wahre Wesen des Computings zielorientiert und nicht an Anwendungen gebunden sein sollte. Stell dir eine Maschine vor, die dich nicht zwingt, zwischen Programmen zu wechseln oder Befehlszeilen zu lernen; stattdessen wird sie eine Erweiterung deines Geistes, angetrieben von künstlicher Intelligenz. Kein sichtbares Betriebssystem, das Arbeitsabläufe diktiert, keine isolierten Anwendungen, die Daten horten, und keine Markenloyalität, die dich bindet. Der Computer selbst wäre die Inkarnation von KI, anpassungsfähig, intuitiv und ausschließlich darauf fokussiert, deine Ziele zu erreichen. Zu dieser Zeit klang das wie Science-Fiction. Das Publikum war interessiert, aber skeptisch; schließlich befanden wir uns noch in der Ära der Disketten und monochromen Bildschirme. Doch ich wusste, dass dieser Wandel unvermeidlich war, angetrieben von Fortschritten in der KI, die veraltete Systeme obsolet machen würden. Schnell vorwärts zu heute und diese Vision ist kein ferner Traum mehr. Ein bahnbrechendes Forschungspapier, das diesen Monat auf arXiv veröffentlicht wurde, spiegelt die Kernideen wider, die ich vor fast vier Jahrzehnten präsentierte. Mit dem Titel "AgentOS: Die nächste Evolution im Computing" schlägt es ein revolutionäres Betriebssystemparadigma vor, in dem KI-Agenten alles orchestrieren. Traditionelle Betriebssysteme wie Windows, macOS oder Linux, die für menschliche manuelle Interaktionen über GUIs und CLIs konzipiert sind, werden als veraltete Silos kritisiert, die Daten fragmentieren, den Kontext über Werkzeuge hinweg verlieren und unregulierte "Shadow AI"-Operationen ermöglichen. An ihrer Stelle führt AgentOS einen "Agent Kernel" ein, der natürliche Sprachabsichten interpretiert und dynamisch modulare "Fähigkeiten" zusammenstellt, um Aufgaben auszuführen. Keine Apps mehr; nur reines, absichtsgesteuertes Computing. Dieses Papier bestätigt, was ich 1988 vorausahnte: der Computer als KI, fokussiert auf Ziele statt auf Schnittstellen. Aber es unterstreicht auch einen tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel, der bereits im Gange ist. Im nächsten Jahrzehnt wird jedes einzelne Unternehmen, das im aktuellen Technologiekosmos verankert ist, von Betriebssystemgiganten wie Microsoft und Apple bis hin zu App-Entwicklern, Cloud-Anbietern und sogar Hardware-Herstellern, mit massiven Abwertungen konfrontiert sein. ...