Amazon hatte in einer einzigen Woche vier Sev-1-Ausfälle (ihre höchste Schweregradstufe). Interne Memos besagen, dass KI-unterstützte Codeänderungen ein beitragender Faktor waren. Der Zeitrahmen hier ist verrückt. Im Oktober 2025 entließ Amazon 14.000 Mitarbeiter im Unternehmensbereich. Im Januar 2026 kamen weitere 16.000 hinzu. Das sind etwa 30.000 Menschen in fünf Monaten, ungefähr 10 % der Unternehmensbelegschaft. CEO Andy Jassy sagte, die Kürzungen seien eine Frage der Kultur, nicht der KI. In denselben Monaten setzte Amazon ein Ziel: 80 % der Entwickler sollten mindestens einmal pro Woche KI-Coding-Tools verwenden. Sie verfolgten die Akzeptanz genau und blockierten rivalisierende Tools wie OpenAI’s Codex. Dennoch hatten bis Januar 30 % der Entwickler das hauseigene Tool Kiro von Amazon noch nicht verwendet. Im Dezember 2025 verursachte Kiro einen 13-stündigen AWS-Ausfall. Das KI-Tool hatte Produktionsberechtigungen und entschied, dass die beste Lösung für einen Fehler darin bestand, eine gesamte Live-Umgebung zu löschen und neu zu erstellen. Ein zweiter Vorfall betraf Amazon Q Developer, ein weiteres KI-Tool. Amazon machte beide Vorfälle für „Benutzerfehler, nicht für KI“ verantwortlich. Aber leise wurde danach eine obligatorische Peer-Review für alle Produktionszugriffe hinzugefügt. Dann am 5. März: Die Einzelhandelsseite von Amazon war etwa sechs Stunden lang nicht erreichbar. Über 22.000 Nutzer berichteten von Checkout-Fehlern, fehlenden Preisen und App-Abstürzen. Amazon nannte es einen Fehler bei der „Software-Code-Bereitstellung“. Fünf Tage später machte SVP Dave Treadwell das normalerweise optionale wöchentliche Ingenieurmeeting verpflichtend. Sein Memo erkannte an, dass „GenAI-Tools die Produktionsänderungsanweisungen ergänzen oder beschleunigen und zu unsicheren Praktiken führen“. Diese Probleme gehen auf das dritte Quartal 2025 zurück. Amazons eigene Einschätzung: ihre GenAI-Schutzmaßnahmen „sind noch nicht vollständig etabliert“. Die neue Regel: Junior- und Mid-Level-Ingenieure benötigen jetzt die Genehmigung von Senior-Mitarbeitern für alle KI-unterstützten Produktionsänderungen. Treadwell kündigte auch „kontrollierte Reibung“ für die kritischsten Teile des Einzelhandelserlebnisses an. Zum Kontext: Der DORA-Bericht von Google 2025 ergab, dass 90 % der Entwickler KI für das Programmieren verwenden, aber nur 24 % vertrauen ihr „sehr“. Eine Uplevel-Studie von 800 Entwicklern ergab, dass Copilot-Nutzer 41 % mehr Fehler einführten, ohne eine Verbesserung der Ergebnisse. Amazon findet heraus, wie diese Zahlen im Maßstab eines Unternehmens mit einem Umsatz von 500 Milliarden Dollar aussehen, mit 30.000 weniger Mitarbeitern, die die Fehler auffangen.