Ihr Knöchel ist ein Fenster zu Ihrem Herzen. Eine neue Studie hat ergeben, dass Patienten mit einer verdickten Achillessehne fast doppelt so häufig innerhalb von drei Jahren nach einem koronaren Stentverfahren ein schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis erlitten. Eine Beobachtungsstudie hat retrospektiv die Ergebnisse von 1362 Teilnehmern mit koronarer Herzkrankheit, die eine PCI durchliefen, verglichen und Unterschiede zwischen Patienten mit und ohne Verdickung der Achillessehne untersucht (definiert als ≥8 mm bei Männern oder ≥7,5 mm bei Frauen). Patienten mit verdickten Achillessehnen hatten ein um 99 % höheres Risiko für schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) über drei Jahre (28,4 % vs. 17,9 % für diejenigen mit und ohne Verdickung, jeweils). (MACE wurde definiert als Tod aus allen Ursachen, nicht tödlicher Myokardinfarkt, Stentthrombose, Schlaganfall und klinisch motivierte Revaskularisation des Zielgefäßes.) Verdickte Achillessehnen waren bei Patienten mit dem schwereren, schnelleren und weniger stabilen akuten Koronarsyndrom (ACS) häufiger anzutreffen (24,3 % hatten verdickte Sehnen) im Vergleich zu Patienten mit dem stabileren chronischen Koronarsyndrom (CCS) (13,7 % hatten verdickte Sehnen). Unter den ACS-Patienten war das Vorhandensein einer verdickten Achillessehne ein signifikanter Prädiktor, der das Risiko eines wiederkehrenden schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisses innerhalb der nächsten drei Jahre um das 4,7-Fache erhöhte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Verdickung der Achillessehne als prognostischer Marker bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen dienen könnte, mit besonderem Wert bei der Vorhersage eines frühen Wiederauftretens schwerwiegender unerwünschter kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom. Obwohl die Analyse keine Cholesterinwerte im Blut einbezog und keine Kausalität feststellt, ist eine plausible Erklärung, dass die Verdickung der Achillessehne eine kumulative Exposition gegenüber erhöhtem LDL-Cholesterin über viele Jahre widerspiegelt. Dies könnte insbesondere bei familiärer Hypercholesterinämie, einer genetischen Erkrankung, die durch stark erhöhtes LDL-Cholesterin gekennzeichnet ist, von Bedeutung sein, bei der die Verdickung der Achillessehne ebenfalls als diagnostisches Kriterium verwendet wird.